Pollenalarm: Das hilft bei Heuschnupfen!

Klimawandel macht die Pollen aggressiver

Einzelne grüne Pflanze im Pollenstaub
Kaum noch Pollenpause: das warme Wetter lässt die Pollen fast immer fliegen

Vor ein paar Tagen waren wir am Tegernsee. Mitte Februar: 17 Grad und Sonne. Viel zu warm für diese Jahreszeit! Der Klimawandel lässt grüßen. Die ersten Pflanzen blühen und die Arztpraxen sind voll – mit Patienten, die Heuschnupfen haben. Und das geht mittlerweile das ganze Jahr durch, viele Allergiker haben kaum noch Pausen. Irgendetwas blüht immer. Und wer auf verschiedene Pollen reagiert, für den verlängert sich sogar die Leidenszeit.

Weniger ist mehr: Pollenbelastung reduzieren

Niesen, Nase jucken, gerötete oder tränende Augen – das sind typische Symptome, wenn der Heuschnupfen beginnt. Der Körper wehrt sich mit aller Kraft, um den „Feind“ Polle auszuschwemmen. Natürlich kann bzw. sollte man einen heftigen Heuschnupfen mit Medikamenten behandeln. Denn aus Heuschnupfen kann Asthma werden. Was am besten bei Heuschnupfen hilft, entscheidet der Arzt für jeden Patienten individuell (bitte unbedingt ärztlich beraten lassen). Am wichtigsten ist es, Pollen möglichst zu meiden, um die Belastung zu reduzieren. Das gelingt auch im Alltag schon mit ein paar einfachen Tricks. Denn oft bringen ein paar Pollen das „allergische Fass“ zum Überlaufen. Meist ist ein bisschen Blütenstaub (noch) kein Problem, der Allergiker reagiert nicht. Doch wird der Pollenflug heftiger, kann das einen großen Unterschied machen. Da spielt auch die Tagesform und der Stresslevel eine Rolle. Und dann geht es erst richtig los mit dem Heuschnupfen. Also: je weniger Pollenkontakt, desto besser für den Allergiker. Doch was hilft bei Heuschnupfen?

Erste Hilfe bei Pollenflug: Haare waschen

Fliegen die Pollen bereits, lohnt ein Blick auf die Wettervorhersage, (etwa hier http://www.pollenstiftung.de/pollenvorhersage/). Sind Höchstwerte zu erwarten, verlegen Sie Ihre Aktivitäten möglichst nach drinnen, wenn Sie allergisch reagieren. Schützen Sie sich mit einem Pollengitter, das Sie am Fenster anbringen. Ziehen Sie abends Ihre Kleidung VOR dem Schlafzimmer aus. So bleibt ein Großteil der Pollen, die an Pulli oder Hose haften, vor der Tür. Und dann waschen Sie die Haare am besten VOR dem Schlafengehen, nicht am nächsten Morgen. Sonst atmen Sie die ganze Nacht den Blütenstaub ein, der an Ihrem Haar haftet. Meine Tochter hatte manchmal einfach keine Lust, sich abends die Haare zu waschen. Verständlich. Aber meistens fing dann in der Nacht der Husten an… Haare waschen hilft einfach. Auch Bettwäsche wechseln Sie am besten in der Pollenzeit öfter als sonst (möglichst wöchentlich) und waschen sie bei mindestens 60 Grad. Lassen Sie die Wäsche in der „kritischen“ Zeit nicht draussen trocknen, sondern im Haus. Auch das reduziert die Pollen auf der Kleidung.

Das hilft bei Heuschnupfen: Nordsee und Sonnenbrille

Nasenspülungen können helfen, die Zahl der Pollen auf der Schleimhaut zu verringern. Und müssen Sie aus dem Haus, kann eine enganliegende Sonnenbrille die Schleimhäute der Augen schützen. Am besten ist es natürlich, vor den Pollen zu fliehen. Wenn möglich, planen Sie Ihren Urlaub so, dass Sie in der HOCH-Zeit des Pollenflugs nicht da sind. Günstige Reiseziele sind zum Beispiel die Nordsee. Dort werden die Pollen von der Küste weggeweht. Auch am Atlantik kann man meistens frei durchatmen, ebenso im Hochgebirge ab 1200m. Im Allgäu in Oberjoch etwa ist die Menge der Pollen ein Fünftel niedriger als im Flachland. Das ist ja schon mal was! (kleine, unbezahlte Werbung für Oberjoch ;-). Mehr Infos zu Urlaubszielen in meinem Blogbeitrag https://www.danielahalm.de/wp-admin/post.php?post=814&action=edit

Feinstaub macht die Pollen aggressiver

Heuschnupfen ist fast schon eine Volkskrankheit. Etwa jeder Fünfte leidet darunter, das sind in allein in Deutschland 15 Millionen Heuschnupfen-Schniefnasen. Mindestens. Und die Zahlen steigen. Doch warum? Studien zeigen, dass auch die Umweltbelastung und der Klimawandel dazu beitragen. Die Pollen werden tatsächlich aggressiver. Vor allem in den Städten wirken Feinstaub, Ozon und Luftschadstoffe wie eine Art Turbo. Sie heften sich an die Pollen und gelangen so beim Einatmen tief in die Atemwege. Menschen, die in Städten leben, reagieren darauf schneller und heftiger mit Heuschnupfen.

Olive oder Zypresse: gar nicht so harmlos

Und es gibt kaum noch Pollen-Pausen für Allergiker. Durch die Klimaerwärmung fliegen Pollen fast das ganze Jahr hindurch und das in höheren Konzentrationen. Hinzu kommen neue Pflanzen, die hier heimisch werden und ebenfalls Heuschnupfen verursachen können. Dazu zählen etwa das Ambrosiakraut, das schwere allergische Reaktionen auslösen kann. Aber auch Olive oder Zypresse sind neue Kandidaten mit hohem Allergiepotenzial. Die Allergiehitliste führt noch immer die Birke an. 38% der Patienten reagieren auf ihren Blütenstaub, 10% der Kinder sind sensibilisiert.

Die Erkrankung sollte man auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Experten sind sich einig, dass der Heuschnupfen nicht ernst genug genommen wird. Auch viele Patienten nehmen ihre Beschwerden nicht mehr wahr. Sie haben sich an die verstopfte Nase oder Mundatmung schon gewöhnt. Unbehandelt aber kann aus einem Heuschnupfen auch Asthma werden. Also, Heuschnupfen sollte diagnostiziert und auch behandelt werden. Und wenn Sie jetzt noch Pollen möglichst meiden – dann sollte es bald besser gehen.

Mehr Infos auch hier:

https://www.allergieinformationsdienst.de/

https://www.daab.de/

…und natürlich auch in meinem Buch: Kapitel 2 Heuschnupfen – Hatschi & Co 🙂

https://www.springer.com/de/book/9783662572719

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