Auszeit bei Allergien – das gilt auch für Eltern!

Lebensmittelallergien in der Familie sind ein Stressfaktor

Drei weibliche Figuren sitzen in  verschiedenen Yoga-Positionen, Yoga als Mittel gegen Stress
Ohhhmmmm – Auszeiten auch im Alltag nehmen 🙂

Hat jemand in der Familie eine Lebensmittelallergie, ist meist die ganze Familie betroffen. Unsere Tochter hat eine Erdnussallergie. Schon als Kleinkind reagierte sie allergisch auf Erdnüsse. Seitdem meiden wir sie konsequent, da sie schwere allergische Reaktionen auslösen können. Die Notfallmedikamente sind immer dabei. Damit sind wir nicht allein: 8 Prozent der Kinder weltweit haben eine Lebensmittelallergie.

Lebensmittelallergien betreffen die ganze Familie

Doch was bedeutet das für die Familie? Der Gang durch den Supermarkt dauert einfach länger. Ich muss die Zutatenlisten lesen. Einladungen zum Kindergeburtstag: da haben wir oft selbstgebackene Kuchen mitgebracht. Oder wir haben die Gastgeber gefragt, ob sie die Erdnussflips bitte weglassen können. Essen gehen in ein Restaurant: wir müssen nachfragen, was in der Pasta mit Pesto drin ist. Und zuhause sind Erdnüsse natürlich tabu.

Alles im Griff?: Allergieauslösern auf der Spur

Das ist das eine, für eine „erdnussfreie“ Umgebung zu sorgen. Doch das andere ist die ständige Sorge, dass sich dennoch irgendwo Erdnüssen verstecken. Oder dass auf dem Klassenausflug plötzlich die Erdnussflips auf dem Tisch stehen. Ich jedenfalls kenne diese Anspannung, vor allem als unsere Tochter noch kleiner war. Aber ich habe gelernt „loszulassen“, denn ich wünschte mir, dass sie ein „normales Leben“ führt. Unser Motto: „Ja, ich habe eine Lebensmittelallergie, aber ich komm damit klar.“ Das bedeutet, nachfragen, was im Buffett drin ist. Und das bedeutet auch, einen Kuchen mal stehenzulassen, weil man nicht sicher ist, ob er erdnussfrei ist. Meine Tochter geht damit sehr entspannt um. Doch wie steht es um die Eltern?

Stressfaktor Lebensmittelallergien: Eltern in Sorge um ihr Kind

Forscher aus Norwegen haben untersucht, welche Auswirkungen Lebensmittelallergien der Kinder auf die Familie haben. Das Ergebnis: es beeinträchtigt die Lebensqualität der Familie. Eltern sind in ständiger Sorge um das betroffene Kind. Vor allem die Mütter kümmern sich um die Mahlzeiten, die Essensplanung, Arzttermine etc. Sie empfanden mehr Stress und Ängste als die Väter. Sie wollen ihre Kinder vor allem beschützen, die Väter wollten ihren Kindern mehr ermöglichen. Auch das kann ein Stressfaktor in der Familie sein.

Keine Angst vor der Allergie

Wichtig: Je sicherer die Eltern im Umgang mit der Allergie waren, desto besser war auch ihre Lebensqualität. Interessant ist auch, dass vor allem Jugendliche weniger ängstlich waren als ihre Eltern. Sie empfanden mögliche Risiken als weniger bedrohlich. Eine große Hilfe für Eltern waren Selbsthilfegruppen und der Austausch mit anderen Familien. Sinnvoll ist, sich mal eine kleine Auszeit zu gönnen, um durchzuatmen. Auch um Unterstützung bitten und sich im Alltag abzuwechseln ist gut gegen Stress. Entspannungstechniken können ebenfalls helfen, besser mit der Anspannung umzugehen.

Die gute Nachricht ist auf jeden Fall, dass man lernen kann, mit so einer Situation gut umzugehen. Und die Lebensmittelallergie rückt dann auch mal in den Hintergrund. Ohmmmmm – auch im Alltag 🙂

Quelle: https://www.allergieinformationsdienst.de/news-events/news/news/article/wie-geht-es-eltern-von-kindern-mit-lebensmittelallergie.html

Quelle: https://www.springer.com/de/book/9783662572719 (mehr hilfreiche Tipps in meinem Buch, Kapitel 9 „An alle Eltern – entspannt euch!“)

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